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Russlanddeutsche Kulturgeschichte

Quelle: General-Anzeiger / Bad Honnef / 30.04.2018

Leid der Wolgadeutschen

Eine neue Skulptur für die Stiftung Adenauerhaus

 

Karl Betz (r.) übergibt sein Relief an Manfred Speck und Konrad Adenauer (v.l.).

RHÖNDORF. Der 93-jährige Bildhauer Karl Betz übergibt eine Skulptur an die Stiftung Adenauerhaus und erinnert damit an das Leid der Wolgadeutschen. Das Kunstwerk soll zum Exponat des Monats werden.

Von Alexander Hertel, 30.04.2018

Dem Altkanzler Konrad Adenauer fühlt sich Karl Betz ganz besonders verbunden. Der 93-Jährige, der in dem kleinen Ort Niedermonjou an der Wolga geboren wurde, kam 1977 nach Deutschland. 22 Jahre zuvor einigte sich Konrad Adenauer in Moskau mit dem sowjetischen Ministerpräsidenten Nikolai Bulganin auf die Rückkehr der rund 10 000 Kriegsgefangenen nach Deutschland und die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

„Ich hab es geschworen, Adenauer zu machen“, erzählt der Bildhauer Betz im Hinblick auf die zahlreichen Büsten und Skulpturen, die er in seinem Leben bereits erschaffen hat.

1989 war es soweit, kam jene von Konrad Adenauer dazu. Nun hat er sein aus Wurzelholz angefertigtes Relief des ersten Bundeskanzlers an die Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus übergeben. „Wir fühlen uns hoch geehrt, ein Kunstwerk zu erhalten, das so viel bewegte und bewegende Geschichte erzählt“, freuten sich Manfred Speck, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung, und Konrad Adenauer, Enkel des Kanzlers. Den Kontakt zwischen Betz und Speck stellte im vergangenen Jahr Artur, der jüngste Sohn des Bildhauers und Klavierstimmers, her, als dessen Frau Tatjana und Tochter Konstanze beim Festakt zur Eröffnung der neuen Dauerausstellung zum 50. Todestags des Gründungskanzlers musizierten.

„Ich werde mich für euch einsetzen“

„Es hat mich so berührt“, blickt der 93-Jährige, der seit rund sechs Jahren in Römlinghoven wohnt und in einschlägigen Werken in einem Atemzug mit bedeutenden Künstlern wie Kandinsky genannt wird, auf den Besuch Adenauers in Moskau zurück. Das Versprechen des Kanzlers an die Wolgadeutschen: „Ich werde mich für euch einsetzen“. Und das tat er. Betz selbst lebte zu dieser Zeit in Kasachstan, nachdem er zuvor 1941 im Zuge der Deportation nach Sibirien gekommen war.

Er war Zwangsarbeiter in der Kohlengrube, arbeitete als Holzfäller und Traktorist, fertigte Filzstiefel an, erledigte Malerarbeiten, war Wirtschaftsverwalter in der Schule und Lehrer für Werken und Zeichen. In Sibirien lernte er auch seine Frau Emilie kennen, die er 1946 heiratete. Zusammen mit ihren drei Kindern flohen sie nach Kriegsende in Richtung Kasachstan. Von dort wollte er 1955 auch anlässlich Adenauers Besuch nach Moskau reisen. Doch da die Züge blockiert wurden, konnte er die Fahrt nicht antreten. Nachdem sie 1967 nach Kirgisien umgesiedelt war, bekam die Familie 1977 den Aufnahmebescheid und konnte nach Deutschland auswandern.

Exponat des Monats

In seinen Holzschnitzereien setzte sich Betz immer wieder mit dem Leid und der Geschichte der Wolgadeutschen auseinander. Diesen Aspekt greift nun die Stiftung mit dem Relief des Künstlers auf. „Wir möchten das gerne zum Exponat des Monats machen“, so Geschäftsführerin Corinna Franz. In dieser Rubrik stellt die Stiftung monatlich online an den historischen Ereignissen orientiert ein ausgewähltes Dokument, Foto oder Sammlungsstück des Hauses vor. „Wir möchten das Kunstwerk zum Sprechen bringen“, sagt Franz.

Dazu soll, so der Plan, die Geschichte von Karl Betz und das Schicksal der Wolgadeutschen erzählt werden. „Das persönliche Schicksal von Herrn Betz und die große Geschichte wird in dem künstlerischen Werk vereint“, fasst Franz zusammen. Wann das Relief zum Exponat des Monats wird, ist noch unklar. Möglicherweise im kommenden September, wenn sich die Reise Adenauers nach Moskau zum 63. Mal jährt.

 

Russlanddeutsche Kulturgeschichte

 

Enzyklopädie „Deutsche Autoren Russlands“ von Edmund Mater

Dr. Wendelin Mangold:
"Edmund Mater hat mit seiner achtbändigen Enzyklopädie „Deutsche Autoren Russlands“ ein einmaliges Nachschlagewerk geschaffen, damit hat er Tausende in Vergessenheit geratene russlanddeutsche Autoren in Erinnerung gerufen, ihr Leben und Schaffen skizziert und die wichtigsten Quellen angeführt.
In zwanzig Jahren unermüdlicher selbstloser Arbeit hat Edmund Mater unzählige Bücher gesichtet, unendlich viel recherchiert, viele Tage in Bibliotheken und Archiven gearbeitet und auf privater Basis Reisen ins Herkunftsland der Autoren (Russland, Ukraine, Kasachstan, Kirgistan u. a.) und Herkunftsorte (Almaty, Bischkek, Kiew, Shitomir, Omsk, Irkutsk, Kaliningrad u. a.) unternommen.
Inzwischen ist sein Werk in breiten Kreisen bekannt und anerkannt geworden, sowohl in Deutschland als auch in Russland und in einer ganzen Reihe von Ländern bis Amerika, Kanada und Japan. Studenten, Doktoranden und Wissenschaftler weltweit benutzen inzwischen sein Werk als unschätzbare Quelle bei der Vorbereitung von Diplomarbeiten, Referaten und Dissertationen.
Die Herausgabe des Originalwerks von Edmund Mater ist längst überfällig geworden, es ist sehr wichtig als ein unerlässliches Dokument der Geschichte, Kultur, Kunst und Literatur der Russlanddeutschen sowohl hierzulande als auch in Russland und in der gesamten Welt. Es ist wichtig für die Stärkung des Bewusstseins und der Mentalität der Russlanddeutschen. Die Russlanddeutschen können stolz sein auf die Leistungen ihrer Landsleute sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Die Enzyklopädie von Edmund Mater schlägt eine Brücke zwischen den älteren und jüngeren Generationen der Russlanddeutschen und zwischen Ländern und Völkern, in erster Reihe zwischen Deutschland und Russland, zwischen den Deutschen und den Russen."
                                                                                                                                                                         

Rose Steinmark, Publizistin, Übersetzerin:
"Die Enzyklopädie „Deutsche Autoren Russlands“ ist die bisher vollständigste und umfangreichste Sammlung von Daten, Werken und Biografien bekannter Persönlichkeiten deutscher Herkunft, die in allen Bereichen der Wissenschaft, Geschichte, Literatur und Kultur tiefe Spuren in der Geschichte Russlands hinterlassen haben. Sie beinhaltet Namen von Wissenschaftler, Kulturschaffender, Schriftsteller Ärzte, Physiker, Chemiker, Geodäten, Politiker, usw., die in Russland lebten, arbeiteten und zusammen mit anderen Völkern diesen großen Staat aufbauten und den Progress des Landes ankurbelten.
Dem Autor der Enzyklopädie Edmund Mater gelang es, ein Werk zu schaffen, das es in unserer russlanddeutschen Medienwelt noch nie gab. Etwa drei Jahrzehnten trug er Teilchen der russlanddeutschen Geschichte zusammen und schuf damit sein Lebenswerk, auf das wir alle sehr stolz sein können.
Sein Werk besteht heute aus 8 (acht) Bänden, in denen über 6000 (sechstausend) Namen festgehalten sind. Durchdacht aufgebaut und inhaltlich zusammenhängend entspricht es allen wissenschaftlichen Forderungen der Enzyklopädien: Es enthält Angaben von Quellen, ist nach alphabetischer Reihenfolge aufgebaut und anschaulich mit Porträts, Bildern und Zeichnungen bestickt. Die Texte sind zum großen Teil zweisprachig präsentiert – in Russisch und in Deutsch, wodurch der Zugang zur gesammelten Information für einen größeren Kreis von interessierten Leser erleichtert wird und ihnen damit auf der Suche nach bestimmten Personen gute Hilfe leisten kann.
Leider existiert diese eindrucksvolle Schöpfung des Autors heutzutage nur in digitaler Form. Obwohl die Menschheit gegenwärtig gut mit digitalen Medien zurechtkommt, ist es doch ziemlich umständlich und aufwändig an die gefragten Information zu kommen. Es lauert auch die Gefahr, dass die Enzyklopädie eines Tages in den Internetweiten verschwinden kann. Und es wäre äußerst bedauerlich, wenn es dazu käme. Daher besteht die dringende Notwendigkeit, diese exzellente Arbeit auf Papier festzuhalten, die Bände in einem Verlag herauszugeben und dadurch der internationalen Öffentlichkeit einen repräsentativen Teil unserer russlanddeutschen Geschichte gängig zu machen."

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